Die Kameliendame
von Philipp Krückemeier / nach Dumas

Landestheater Linz
2014

Ein electro – klassischer Remix nach dem Roman von Alexandre Dumas d.J. / Libretto von Philipp Krückemeier / Musik von Dennis de Rose (klassisch) und Björn Büchner (electro)

Joachim Rathke und Eva- Maria Aichner lavieren sich als verliebter Freier und tuberkulöse Prostituierte ausgesprochen komisch durch Krückemeiers Singspiel. Aichner als blutspuckende Marguerite in einem Plastikkleid, das an eine verblühende Kamelie erinnert, und Rathke (Armand) als ältlicher, naiver Alain-Delon-Verschnitt sind glaubwürdig selbstironisch. (Standard, 30.03.14)

Philip Krückemeier verlässt das Haus erhobenen Hauptes. Zum Abschied hat er uns diese herrlich mit Klischees gurkende Operette geschenkt, Slapstick per Entengang, aber auch berührende Momente, wenn Marguerite und Armand zu Seifenblasen und Blümelein per Kazoo ein wunder-bares Duett anstimmen. Und es wird gesungen, was die Stimme nicht hergibt. Ein wunderbarer Joachim Rathke ist in seiner letzten Schauspiel-Premiere auch (oben ohne) romantischer Sänger, dem in „höheren“ Lagen inbrünstig die Stimme bricht. Er ist Armand. Eva-Maria Aichner ist Marguerite, in ihrem Latex- Röckchen fragiles Püppchen und pragmatische Kraft.  Junges Pärchen sind sie keines, die Erfahrung, dass Liebe bricht. Des Wahnsinns großartige Beute ist Anna Eger als Die Erzählerin, die da und dort Details anbringt, Liebe und Drama lenkt, rhythmisch vollendet Textmassen aus ihrem Munde lässt …(Volksblatt, 30.03.14)

Ein richtiger Knaller ist „Die Kameliendame“ – ein electro-klassischer Mix nach dem Roman von Dumas – Librettist und Regisseur Philip Krückemeier hat das Liebeshalbweltspiel in 29 zügige Szenen gegossen, die neben der Liebe auch Theatertheorie nicht vernachlässigt. Es ist einfach zum Verlieben hinreißend, wenn sich der romantisch reiche Armand – brillant patschert mit bröselnder Kopfstimme: Joachim Rathke – in die käufliche Marguerite verliebt, der Eva-Maria Aichner in tanz-wütiger Exaltiertheit Blut spuckendes Format verleiht. ( ) Die „Ah und Oh“-Liebesarie könnte in die Theatergeschichte eingehen. ( ) Wer sich diese durchgeknallte Kameliendame entgehen lässt, ist selber Schuld. (Krone, 30.03.14)